Analog Survey – Teil V – Auswertung und Interpretation

Die Auswertung der Umfrage lässt Interpretationen zu Motivation und Werdegang von 7 UX Experten zu. Für mich ein schönes Ergebnis das mir hilft UX in der Praxis besser zu verstehen und eine Menge an Lessons Learned eingebracht hat.

Interpretation der Umfrage

UX’ler lieben es, menschliche Bedürfnisse zu verstehen und diese in ihre Kreation von Produkten oder Dienstleistungen einfliessen zu lassen. Auch wenn nicht alle „Designer“ oder „Researcher“ im Jobtitel tragen, so sind dies doch die zwei Hauptthemen, mit denen sich die meisten der Befragten auseinandersetzen. Anders ausgedrückt: User-Research wird nicht nur von Human- und Sozialwissenschaftlern durchgeführt, sondern ist ein grosser Teil des kreativen Prozesses den Designer oft selbst ausführen. Eine Designausbildung ist der häufigste und ein direkter Weg in die User Experience. Weitere Möglichkeiten bieten UX-Weiterbildungen oder Einstiege in Jobs die mit UX zu tun haben.

Datensatz in Kategorien zusammengefasst:

 

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Lessons Learned
Im Allgemeinen:  

  • Eine Umfrage auszuwerten ist aufwändig. Diese Mini-Umfrage hat mir bereits die Komplexität aufgezeigt, die mit Befragungen einher gehen kann.

In der Vor- und Nachbereitung:

  • Was ich nächstes Mal besser machen kann:
    • Ziele genauer definieren: Was will man mit der Umfrage herausfinden?
      Die Fragen entsprechend gestalten.
    • Schon während der Gestaltung des Fragebogens die Auswertungs-Methodik bedenken. Wie wird die Auswertung erfolgen? Wie formuliere ich die Fragen etsprechend geschickt?
    • Realisieren wer die Grundgesamtheit der Befragten darstellt. Wer wird befragt?
      Die befragte Gruppe war eher homogen aus Leuten mit einem Design-Background zusammengesetzt. UX Experten mit psychologischen oder technischen Hintergrund waren wenige bis keine anwesend.
      Wenig verwunderlich, da sich die Einladung zum UX-Wizards-Treffen an Designer richtet. Das Ergebnis, dass sich die meisten der Teilnehmer mit Design und Kreation beschäftigen ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen. Es ist anzunehmen, dass die Befragung einer heterogeneren Gruppe zu anderen, allgemeineren Ergebnissen geführt hätte.
    • After-Survey Kommunikation mit den Teilnehmenden: Was interessiert die Teilnehmenden? Die Endergebnisse.

In der Durchführung:

  • Die per Hand auszufüllende Umfrage war in dieser gemütlichen, persönlichen Runde die richtige Wahl. Handschriften muss man allerdings auch entziffern können und in einem separaten Arbeitsschritt ins Digitale übertragen.
  • Die Completion Rate betrug sagenhafte 100%. Gründe dafür:
    • Der Umfang der Befragung war mit 4 Fragen optimal
    • Die Befragung fand in einer persönlichen Runde statt
    • Die Befragung fand handschriftlich statt
    • Die Affinität zu „User-Research“ war in der Gruppe sehr hoch
    • Die Teilnehmer können sich mit dem Thema der Befragung identifizieren

In der Auswertung und Interpretation:

  • Die Auswertung offener Antworten erfolgt über eine Kategorisierungstechnik. Durch diese Vereinfachung oder Schubladisierung der Rohdaten verliert man zwar Detailinformationen, gewinnt aber an Übersicht und qualitative Daten werden quantitativ auswertbar.
  • In Usability Test erzielen viele kleine Tests von 5 Usern sehr präzise Auswertungen. Meinen kleinen Datensatz von 7 Teilnehmern sehe ich als Stichprobe und praktikablen Ansatz mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln.
  • Ich glaube Analysetechniken aus der Marktforschung sind für grössere Datensätze gedacht. Ich sehe die Anwendung solcher Techniken als zu grossen Aufwand für ein Projekt der Grössenordnung einer Stichprobe an. Auch in der Angabe von statistischen Basisdaten wie Minimal- und Maximalwerten oder des Median sehe ich keinen Zweck. Ich kann mich aber auch täuschen. Das ist eine Vermutung.
  • Ich schliesse die Umfrage einerseits mit der Meinung ab ein gutes Ergebnis erzielt zu haben, andererseits aber auch mit dem Gefühl die Interpretation der Daten methodischer angehen zu können. Ich weiss nur nicht wie. Meine Interpretation erfolgt auf einem sehr intuitiven Weg. Für Verbesserungsvorschläge in den Kommentaren bin ich sehr dankbar.

Zum Vorgehen bei Auswertung und Interpretation:

Ich habe mir Analyseverfahren der Marktforschung angeschaut. Aufwändige Interdependenz- und Dependenzanalysen mögen zwar spannend sein, machen in meiner kleinen Umfrage jedoch wenig Sinn und würden den Rahmen sprengen. Meine Interpretation der Daten erfolgt deshalb ganz einfach aufgrund der Anzahl Nennungen von Kategorien.

Kategorien habe ich erstellt um die offenen (qualitativen) Fragen auswerten zu können. Nennt jemand UI Design und jemand anderes UX Design als seine Tätigkeit, dann gehören beide zur Kategorie „Design“. So lassen sich qualitative Daten quantitativ zuordnen, was erst eine Darstellung der Ergebnisse in Zahlen ermöglicht. Durch diese Vereinfachung oder Schubladisierung der Rohdaten verliert man zwar Detailinformationen, gewinnt aber an Übersicht.

 


Links und Quellen:
https://www.quint-essenz.ch/de/files/Fragebogen_20.pdf
http://www.usability.ch/news/anwendung-ux-forschungsmethoden.html
http://www.guerillagirl.de/2015/11/10/ux-research-methoden-wann-user-interviews-durchfuehren/
http://www.bpb.de/lernen/grafstat/klassencheckup/46378/m-03-10-auswertung-offener-fragen
http://www.statistik-und-beratung.de/2015/11/auswertungsverfahren-fuer-offene-fragen/
https://www.nngroup.com/articles/why-you-only-need-to-test-with-5-users/
Buch: Marktforschung, P.Hamman und B.Erichson, Verlag Lucius & Lucius

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