Die „Senden rückgängig machen“- Funktion in Gmail. Rettung für Unachtsame.

Ok was war das jetzt? Jetzt ist genau das passiert wovon der Titel handelt: Undo-Funktionen im Email-Client als Rettungsringe für Unachtsame. Das wäre die rettende Funktion in WordPress gewesen, denn: Ich habe einen Entwurf veröffentlicht!

Nur eben in Worpress und nicht in Gmail. Das heisst, was verschickt wurde, wurde verschickt und ich habe ich keine Chance den Fehler rückgängig zu machen.

Diejenigen die den Blog per Email abonnieren, haben damit einen wohl etwas seltsamen und unfertigen Blogpost in die Inbox bekommen. My apologies!

Human Error oder Design Error? 

Sicherlich, einerseits ist meine Geistesabwesenheit daran beteiligt, dass ich auf „veröffentlichen“ statt auf „Entwurf speichern“ geklickt habe.

Andererseits stelle ich mir die Frage: Kann man solche Ausrutscher durch gutes Design vermeiden?

Gmail hat die Funktion „Senden rückgängig machen“. WordPress nicht.

Kann womöglich ein gutes Interface-Design die Gefahr minimieren, verheerende Aktionen zu begehen? So wie es für den Piloten eines Passagierflugzeuges während des Fluges aus Sicherheitsgründen unmöglich ist die Ladeluke zu öffnen?

  1. „Senden rückgängig machen“ verzögert die definitive Ausführung des Befehls um einige Sekunden, vielleicht sogar Minuten. Das ist eine Sicherheitsmassnahme die mir gefällt. Emails und Blogposts sind selten im Sekundenbereich zeitkritisch.
  2. Eine andere Möglichkeit sehe ich im Interfacedesign. Den Gesetzen der visuellen Wahrnehmung folgend, schlage ich vor die Buttons „Entwurf speichern“ und „Beitrag Veröffentlichen“ möglichst weit voneinander entfernt zu platzieren. Um die Verwechsungsgefahr weiter zu minimieren, würde ich die Buttons zudem visuell verschieden gestalten. Zum Beispiel in der Farbgebung: „Speichern“ in neutralem Blau und „Senden“ in einem „Go for it“-Grün.
  3. Als dritte Variante kommt mir eine 2-Step Confirmation in den Sinn. Bekannt aus früheren Microsoft-Zeiten das berühmt nervenbelastende „Sind sie sicher?“– PopUp. Davon rate ich ab.

Worpress befolgt den zweiten Punkt und hat im Interface den einen Button links, den anderen rechts platziert. Einen Button visuell schlank und unauffällig, den anderen massiv und auffallend designed.

Buttons links und rechts

Die Verwechslungsgefahr ist damit bereits gering gehalten.

Allerdings ist der gefährliche „Veröffentlichen“ Button deutlich präsenter im Frame und sticht ins Auge. Der sichere „Speichern“ Link fällt kaum auf. Wohin steuert man das Auto wenn nur ein einzelner Baum im Weg steht? Genau! In den Baum. Denn dahin wird der Blick gelenkt.

Deshalb wäre mein hobby-analytischer Design Vorschlag für die WordPress CMS: Die Position der Buttons „Speichern“ und „Versenden“ so zu belassen, aber die visuelle Auffälligkeit der Buttons zu vertauschen. Den „Speichern“ Befehl dick und auffallend zu gestalten und den „Versenden“ Button etwas zu verstecken.

Dazu die Möglichkeit den Befehl rückgängig zu machen einbinden und das Interface hätte meiner Ansicht nach an Qualität gewonnen.

Da es aber so nicht ist, bleibt mir nur die Möglichkeit immer noch selber, zumindest ein Auge offen halten damit keine Fehler passieren.

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