UCD Alternativen – Teil III: Activity-Oriented Design

Activity-Oriented oder Activity-Centered Design ist eine Methode die im Bereich der Human Computer Interaction (HCI) anzusiedeln ist und versucht das Nutzerverhalten in einem Gesamtkontext aufzunehmen. Mit dem Einsatz von User Research steht diese User-Centered Design Alternative dem Original am nächsten und übertrifft dieses sogar im Umfang.

  1. Self-Centered oder Self-Focused Design
  2. Experience-Based Design (EBD)
  3. Activity-Oriented Design

Teil III: Activity-Oriented Design / Activity-Centered Design

Beim ACD interessieren die Aktivitäten die die User im Zusammenhang mit einem Produkt ausführt. ACD ist nicht auf Software limitiert, es ist aber nicht verkehrt, sich ich während den Ausführungen eine mobile App mit einer Hauptfunktion vor Augen zu führen. Zum Beispiel eine App die über das Badewetter in der Region informiert.

Eine Aufgabe, viele Wege die zum Ziel führen. Man könnte meinen, Aktivitäten beziehen sich rein auf den Prozess den der User bis zur gewünschten Information durchläuft: die Klicks oder Touches, die Menüführung.

ACD geht einen Schritt weiter als UCD und betrachtet den User durch ein Weitwinkelobjektiv. Sobald die Aktivität des Users als die gesamte Interaktion mit seiner Umwelt verstanden wird (Activity Theory) wird die Beschreibung des Nutzerverhaltens komplex. ACD fragt nicht nur nach dem verhalten des Nutzers mit dem eigentlichen Produkt, sondern nach dem Kontext in dem das Produkt genutzt wird und der Motivation dazu.

Ich sehe das so: Eine Strandbar wird eher bei schönem Wetter besucht als bei schlechtem Wetter. Emails werden häufig im Geschäfts-, Emoticons tendenziell im Privat- Umfeld genutzt. Wird eine GPS-Karten Map womöglich im Ausland benutzt wo man nicht auf das Internet zugreifen kann oder will? Wäre in diesem Kontext die Möglichkeit eine online-Karte lokal auf dem Gerät zu speichern vielleicht sinnvoll?

Oft werden in Beobachtungen Nutzerverhalten erkannt, die sich niemand vorher hätte vorstellen können. ACD ist ein wertvoller Helfer auf dem Weg zum kundennahen UX-Produkt und kann statt oder mit dem UCD-Ansatz eingesetzt werden.

Möglicher Einsatz von ACD:

  • Wenn die Aufgabe neu und der Erfahrungsschatz des Entwicklerteams zu einem spezifischen Thema noch gering sind.
  • Wenn bestehende Produkte an das tatsächliche Nutzerverhalten anzupassen sind.
  • Wenn das Endprodukt eine breite, heterogene Masse ansprechen soll.

„Aktivität ist die Interaktion des Menschen mit seiner Umwelt. Humane Interaktion ist immer sozial, kooperativ, kollektiv und findet in einem Arbeitsumfeld statt.“ (activity-oriented design framework 4.5)


Quellen:
https://en.wikipedia.org/wiki/Activity-centered_design
https://en.wikipedia.org/wiki/Activity_theory
https://ebiinterfaces.wordpress.com/2013/03/13/activity-centered-design-some-thoughts/
the-encyclopedia-of-human-computer-interaction-2nd-ed
Recent Advances in Information Systems and Technologies, Band 1
http://www.interaction-design.org/courses/become-a-ux-designer-from-scratch

 

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