Schön zu wissen: Mandels 3 Goldene Regeln im User Interface Design

Ich mag sinnvolle, einfach zu merkende Regeln. Besonders wenn es genau 3 Stück sind. Schön deshalb, dass Theo Mandel der Welt 3 Design-Regeln schenkt.

Weniger schön hingegen ist, dass er zu jeder Regel fast 10 Unterkategorien definiert und in einem 28 seitigen Kapitel beschreibt. Also beinahe 30 Punkte die man sich merken soll. Arrr! Das ist mir zu viel. Mein ML (Memory Load) blockiert schon bevor ich anfange.

Ich befolge also seine eigene zweite Goldene Regel die besagt: „Halte den Memory Load des Users tief.“ Danke Theo Mandel, Sie haben mir soeben das Leben vereinfacht! Ich fasse stark zusammen:

Goldene Design Regel Nummer 1:
Überlasse dem User die Kontrolle

Theo Mandel unterscheidet zwischen „Fahrern“ und „Passagieren“. Fahrer, zum Beispiel im Auto, entscheiden selber wo sie hin wollen. Passagiere, zum Beispiel im Zug, lassen sich über festgelegte Schienen führen. Innerhalb einer Software-Applikation gibt es ebenfalls diese Fahrer/Passagier Unterscheidung unter den Usern. Manche Benutzer möchten die Freiheit aller Möglichkeiten zur Verfügung haben, andere bevorzugen einen direkten, schnellen, geführten Weg ohne viele Entscheidungsmöglichkeiten oder Ablenkung vom Wesentlichen. Beide User Kategorien sind im Design-Prozess zu berücksichtigen.

Der springende Punkt ist: der Designer kennt den Weg der Passagiere nicht und muss ihn trotzdem definieren. Um den idealen Weg zu finden, lässt Mandel seine User zuerst alle Freiheiten offen und Beobachtet welche Trampelpfade eingeschlagen werden. Anhand dieser Erkenntnisse, legt er erst den direkten, geführten Weg in seinem Design fest. Der User hat also entschieden, der Designer setzt im Nachhinein diese Entscheidung um. Das wäre wohl der Zweck von User Testing.

 

Goldene Regel Nummer 2:
Halte den Memory Load des Users tief

User führen meistens mehrere Aufgaben gleichzeitig durch. Das bedingt, dass es hinderlich ist, sich auf einer Seite etwas merken zu müssen um es wo anders einzusetzen. Ein Beispiel sind Formulare in die man häufig die selbe Information eingeben muss: Name, Adresse, lange Nummern. Das geht auf unser Kurzzeit-Gedächtnis. Von Miller haben wir gelernt, dass dieses relativ schnell voll ist. Nämlich in den meisten Fällen bei 7 Informationsbrocken. Ich verweise auf meinen Blogpost „Millers Magische 7“.

Um den User nicht dazu zu zwingen, sich während der Benutzung einer Applikation Notizen auf ein Blatt Papier machen zu müssen oder den Taschenrechner zu zücken, sollte die Software diese Aufgaben übernehmen und damit das Kurzzeitgedächtnis des Benutzers entlasten. Beim Ausfüllen eines Formulares, sollte das System selber merken, dass diese Angaben bereits zuvor gemacht wurden und selber einsetzen.

Fazit: Das System übernimmt also die Aufgabe des Kurzzeitgedächtnisses und entlastet den User über Automationen.

 

Goldene Regel Nummer 3:
Bewahre, sofern möglich, die Konsistenz innerhalb eines Interfaces

Diese Regel ist von der Bedeutung her tiefer angesiedelt als die anderen zwei. Konsistenz innerhalb der Bedienung ist etwas schönes, darf aber vernachlässigt werden, wenn andere Aspekte der Bedienung als wichtiger erscheinen.

Baut eine neue Applikation in der Handhabung auf Bewährtes auf das der User bereits kennt, wird es dem Benutzer auch einfach fallen, diese neue Applikation zu erlernen. Mein eigenes Beispiel das mir hierzu einfällt ist der Schritt von Windows 7 zu Windows 8, bei dem die komplette Haptik des Betriebssystems auf den Kopf gestellt wurde indem Microsoft den Start-Button verschwinden liess. Ein Schritt der in einem Upgrade wieder behoben wurde. Leider erst nachdem die Benutzer amok gelaufen sind. Hätte man doch vorher die Benutzertests gemacht.. 😉

 

 

Quellen: Theo Mandel, PhD – The Elements of User Interface Design

Ein Gedanke zu “Schön zu wissen: Mandels 3 Goldene Regeln im User Interface Design

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